Leipziger Agenda 21

Lokale Agenda in Leipzig [www.LeipzigerAgenda21.de]



Globale Politik versagt – Lokale Ebene muss Vorreiter bleiben



Stellungnahme zu den Ergebnissen des Kongresses Rio+20

Angesichts der völlig unzureichenden Ergebnisse der Konferenz Rio+20 fordert der Koordinierungskreis der Leipziger Agenda 21, die lokalen Handlungsmöglichkeiten weiter zu nutzen, um Vorbilder für das Umsteuern zu einer nachhaltigen Entwicklung zu schaffen. Das Prinzip „Global denken – lokal handeln“ ist wichtiger denn je. Am Beispiel des Ziels der Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes auf 2 Tonnen pro Kopf und Jahr ruft der Koordinierungskreis alle lokalen Akteure dazu auf, ihre Aktivitäten zur Erreichung dieses Zieles öffentlich zu machen.

Die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete die Agenda 21 als globales Handlungsprogramm. Damit sollte eine nachhaltige Entwicklung, das heißt eine solche Entwicklung die die Bedürfnisbefriedigung der heute lebenden Menschen sowie der künftigen Generationen gleichermaßen sicherstellt, eingeleitet werden.

Im Abschlussdokument von 1992, der Agenda 21, wurden auch die Kommunen aufgerufen, lokale Handlungsprogramme für eine nachhaltige Entwicklung gemeinsam mit den Bürgern und den Akteuren vor Ort zu entwickeln. Dies war Ausgangspunkt für die weltweite lokale Agenda-21-Bewegung. Auch die Leipziger Agenda 21 hat dort ihre Wurzeln.

Daher sind die Ergebnisse der Konferenz Rio+20 von besonderem Interesse: Gelingt die Beschleunigung des Umsteuern von einer nicht nachhaltigen hin zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise?

Die Bilanz der letzten 20 Jahre ist ernüchternd
  • Der weltweite Ressourcenverbrauch ist Jahr für Jahr immer weiter angewachsen.
  • Die Vernichtung wertvoller Lebensräume, insbesondere im Bereich des tropischen Regenwaldes hält weiter an.
  • Die Schere der ökonomischen Entwicklung zwischen den Industrienationen und den ärmsten Ländern, aber auch das Armutsgefälle innerhalb der Staaten klafft weiter denn je auseinander.

Die Konferenz Rio+20 hat gezeigt, dass die Regierungen der internationalen Staatengemeinschaft nicht in der Lage sind, die wesentlichen Rahmensetzungen dafür zu gestalten, diese Trends kurzfristig zu verändern.
Die Fortschritte auf globaler Ebene halten noch nicht einmal Schritt mit der zunehmenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen.

Es zeigt sich aber auch, dass das Handeln auf der lokalen Ebene längst unübersehbar Früchte trägt:
  • Das Thema nachhaltige Entwicklung ist in vielen Köpfen angekommen, auch auf der Ebene der Entscheider in Politik und Wirtschaft.
  • Es wurden erhebliche Effizienzverbesserungen im Bereich des Ressourcenverbrauches erreicht, Stoffkreisläufe wurden weiter geschlossen, der Ausbau der Nutzung regenerativer Energie hat stark zugenommen.

Die globale Entwicklung ist also von gegenläufigen Trends gekennzeichnet.
Es muss nun darum gehen, die positiven, auf Nachhaltigkeit gerichteten Trends deutlich zu beschleunigen, um die Gesamtentwicklung auf unserem Planeten in eine langfristig tragfähige Entwicklung zu steuern.

Darauf folgt für uns: Es ist notwendiger denn je,
  • überall dort, wo gehandelt werden kann, mit gutem Beispiel voranzugehen und nicht auf „Vorgaben von oben“ zu warten,
  • dieses lokale Handeln öffentlich zu machen, andere anzuregen, Maßstäbe zu setzen und zu einem gemeinsamen Prozess des Umsteuerns zu kommen,
  • die Vernetzung der lokalen guten Beispiele voranzutreiben,
  • dieses Engagement auch im Bewusstsein der globalen Verantwortung durchzuführen und zu prüfen, wie wir unsere Ideen, Erfahrungen und Leistungen stärker in Rahmen lokaler Entwicklungspartnerschaft zur Verfügung stellen können.

Ein Kernindikator für das notwendige Umsteuern ist der Ausstoß von Kohlendioxid in die Erdatmosphäre. Derzeit beträgt der Ausstoß in Deutschland pro Person rund 10 Tonnen pro Jahr. Für eine langfristig stabile Entwicklung ist die Senkung dieses Ausstoßes weltweit auf 2 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr erforderlich.

Der Koordinierungskreis der Leipziger Agenda 21 ruft daher alle lokalen Einrichtungen, Unternehmen, Vereine und Initiativen dazu auf, ihr konkreteres Engagement für eine nachhaltige Entwicklung zu benennen und zu melden. Was tun Sie, um dem 2-Tonnen-Ziel näher zu kommen?

Auf der Internetseite www.leipzigeragenda21.de ist die Dokumentation dieser Vielfalt des lokalen Engagements vorgesehen.

Setzen wir gemeinsam ein Zeichen, das bedeutet: Wir warten nicht länger, wir tun es!