Leipziger Agenda 21

Lokale Agenda in Leipzig [www.LeipzigerAgenda21.de]



Mobilität gestalten – und über den eigenen Tellerand schauen


Anforderungen aus Sicht der Leipziger Agenda 21 für die Überarbeitung des STEP Verkehr und öffentlicher Raum



Der Koordinierungskreis der Leipziger Agenda 21 begrüßt ausdrücklich die Ausschreibung des Bürgerwettbewerbs zur Mitgestaltung des Stadtentwicklungsplans Verkehr und öffentlicher Raum. Mit diesem Wettbewerb wird erstmals in Leipzig bei einer konzeptionellen Planung eine so frühzeitige und weitreichende Einbeziehung von Anforderungen, Sichtweisen und Ideen der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht. Damit werden Maßstäbe für die Weiterentwicklung der demokratischen Kultur in der Stadt gesetzt.

Der Koordinierungskreis ruft die Bürgerinnen und Bürger in Leipzig auf, dieses Beteiligungsangebot zu nutzen und konkrete Ideen und Vorschläge zu erarbeiten und einzureichen.

Dabei sollten folgende Prämissen im Zusammenhang beachtet werden:

1. Minimierung des Verbrauches fossiler Energieträger
Dies bedeutet für die Verkehrsplanung insbesondere:
  • eine Priorität für Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung (insbesondere alle planerischen Maßnahmen, die zu kurzen Wegen zu Arbeit, Einkauf und Freizeitaktivitäten führen)
  • eine besondere Förderung für den nichtmotorisierten Verkehr (das Zu-Fuß-Gehen oder das Fahrrad-Fahren)
  • eine effektive Gestaltung des öffentlichen Verkehrs
  • eine effektive Nutzung weiterer motorisierter Verkehrsmittel (wie z. B die gemeinschaftliche Teilung von Fahrzeugen)

2. Maximierung der Lebensqualität in der Stadt
Dies bedeutet für die Verkehrsplanung insbesondere:
  • die Minimierung von Lärm- und Luftbelastung (z. B. durch die Förderung emissionsfreier oder lärmarmer Fahrzeuge)
  • eine Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder
  • die Schaffung und Gewährleistung von Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum
  • die Beachtung von Mobilitätsbedürfnissen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen (z. B. durch Körperbehinderungen oder Sehbehinderungen)

3. Gewährleistung der Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur für alle wirtschaftlichen Prozesse in der Stadt
Dies bedeutet für die Verkehrsplanung insbesondere:
  • die Verbesserung der Fernerreichbarkeit Leipzigs (insbesondere durch regelmäiße Verbindungen im Bereich des Eisenbahn- und Flugverkehrs)
  • die Gewährleistung einer effektiven und flüssigen Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs (bei einer Konzentration auf die dafür ausgelegten Infrastruktur)
  • die Gewährleistung einer behinderungsfreien Anlieferung von Unternehmen

Der Koordinierungskreis der Leipziger Agenda 21 apelliert an alle sich beteiligenden Bürgerinnen und Bürger, diese Anforderungen an eine nachhaltige Gestaltung der Mobilität zusammen zu denken und sich nicht auf einzelne Ziele zu beschränken.
Dazu gehört auch,
  • die Auswirkungen auf umliegende Bereiche und Stadtteile, die Gesamtstadt oder das Umland mit zu betrachten, d. h. auch mögliche negative Effekte der eigenen Vorschläge auf andere Bereiche mit zu betrachten und mit zu bewerten und
  • nicht primär auf bauliche Maßnahmen zu setzen, sondern vor allem über Lösungen nachzudenken, wie der Verkehr durch geringen Finanzmitteleinsatz besser organisiert werden kann.
  • Ideen zu entwickeln, wie eine nachhaltige urbane Mobilität eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnt.